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Nemo Ignorat - Der Shop

Hier die Kurse buchen, Kaltbeize und Farbextrakte bestellen
2014
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Tag-Cloud

Mary:
Die Jacke und der Trägerrock schauen toll aus
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Sprotte:
Hach, schön, das erinnert mich an Schweden. A
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:
I love the tones. eeeeee
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Mirjam:
Vielen Dank für diesen ausführlichen Post...d
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Rosendame:
Hallo Ulrike,vielen Dank für den Tipp zu Firm
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Reisebegleiter

Ende nächster Woche ist es dann soweit. Dann fliege ich für 14 Tage zu Bryan Whitehead nach Japan um bei ihm seinen Indigo Workshop zu machen, wo wir u.a. auch Katazome (japanische Ausspardrucktechnik mit Schablonen) lernen werden. Ich freu mich schon tierisch und bin total aufgeregt.
Aus diesem Anlass habe ich ein paar Sachen als Reisebegleiter genäht.
Mir als Flugunerfahrener (ja, ich bin noch nie geflogen bisher) wurde empfohlen leichtere Schichten übereinander zu tragen, damit es mir über Nacht im Flieger nicht zu kalt wird. Das und weil ich einengende Sachen auf langen Reisen ohnehin nicht mag, fand nun endlich mein Celtic Doubleweave von Anita Pavani, den ich mir vor eiunem gefühlten Jahrzehnt dort mal aus der Restekiste fischte Verwendung.
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modernisierter Manteau-de-Lit als Jacke mit aufgesetzten Taschen. Marquise hat eine ausführliche Anleitung dazu geschrieben, alternativ dazu kann man sich auch das Schnittmuster bei zB Nehelenia kaufen.
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so sieht das Leinendoppelgewebe in nah aus. Vorder- und Rückseite.

Dazu gibt es ein Reisekleid. Oder vielmehr eine Art Trägerrock, über eine genaue Bezeichnung streiten sich die Geister noch.
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Wenn ich wieder zurück bin, werde ich mir wohl dieses Kleid noch einmal nähen, aber diesmal aus einem festeren Stoff wie Denim oder Hanfcanvas. Ich hatte vor vielen, vielen Jahren schon einmal so ein ähnliches Kleid genäht gehabt. Das hatte ich an einer jungen Amerikanerin gesehen, die ich in UK getroffen hatte und mir von ihr den Schnitt kopiert. Leider ging es mir bei einem meiner vielen Umzüge verloren. Die Leinenvariante ist in Ordnung und es trägt sich gut, aber es trägt halt auch saumäßig auf. OK für Japan, aber nichts für das figurbetontere Etwas.
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Der Stoff ist allerdings klasse. Leicht, aber durch das Doppelgewebe trotzdem wärmend. Ich liebe es jetzt schon.
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Und dann fehlte mir noch eine Tasche zum Umhängen. Nein, es ist nicht so, als hätte ich nicht schon genügend Taschen. Aber irgendwie fehlt mir dann doch die richtige ;o)
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travel companion oder 'ich war mal ein Sofakissen'
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nemo ignorat 17.04.2014, 10.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Kurstermine 2014

So, ich habe endlich die Kurstermine für 2014 festgelegt.

Ich werde dieses Jahr "nur" zwei Onlinekurse anbieten und zwar

Indigo Onlinekurs 01. Juli bis 10. August 2014

Eine Kursbeschreibung könnt ihr hier finden und euch auch über meinen Onlineshop anmelden. Dieser Tage wird der Kurs dann auch bei Dawanda eingestellt werden, für all diejenigen, die nicht gern mit paypal bezahlen wollen.

Und es gibt noch einen

Online Heckenfärbungskurs für Baumwolle und Wolle 11. August bis 15. September 2014

Auch den kann man schon über meinen Onlineshop buchen bzw ich werde ihn dieser Tage bei Dawanda einstellen.

Kurse vor Ort biete ich weiterhin an, allerdings nach Absprache. Ich unterrichte auch gerne einzelne Personen oder kleine Gruppen (maximal 5 Personen), der Preis ist unabhängig von der Gruppengröße und beläuft sich auf 50 EUR pro Person Pro Tag. Bei allen Kursen kann man gerne vorher mit mir individuelle Wünsche absprechen. Einiges wird in einem oder in zwei Tagen nicht machbar sein, anderes schon. Das können wir dann persönlich näher besprechen.
Der Unterricht hier in Aschaffenburg findet normalerweise an Wochenenden oder Freitag bis Sonntag statt, Termine nach individueller Absprache.

Für weitere Kurse fehlt mir dieses Jahr leider die Zeit.

Dies alles hat einen Grund, bzw. mehrere Gründe.

Ich werde Ende April für 14 Tage auf Färbefortbildung nach Japan reisen. Dort nehme ich an einem Indigo workshop mit Tour durch die Handwerksstuben einiger japanischer Färber teil. Was letztendlich bedeutet, dass der gesamte Mai (ich komme Mitte Mai wieder) eigentlich für Kurse ausfällt.
Und da mein bester Ehemann von allen natürlich während dieser Zeit Urlaub nehmen muss um sich um Mutter, Haus und Hunde zu kümmern, fällt ein anderer Urlaub im Frühsommer für uns flach. Weswegen wir dieses Jahr Ende September in den Urlaub fahren werden.

Außerdem möchte ich mich dieses Jahr verstärkt dem Bedrucken von Stoffen widmen. Was alles Zeit kostet, die mir nicht für Kurse zur Verfügung steht. Und mein Buch möchte bis zum Sommer auch fertig werden (früher werde ich es leider nicht schaffen).

Wie immer gilt, bei Fragen und Anregungen, einfach anmailen unter mail@nemo-ignorat.de

nemo ignorat 01.04.2014, 12.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Anleitungen

Sakiori

Als Mitglied der OLG gebe ich dort nicht nur immer wieder workshops, ich nehme ab und zu auch an welchen Teil. Im Monat März hatten wir das Thema Sakiori Weaving, sprich Fleckerlweben mit sehr schmalen Stoffstreifen aus dünnen Stoffen.
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Diese etwa einen knappen Zentimeter oder weniger breiten Streifen werden in der Regel gerissen aber auch von besonders ordentlich und genau veranlagten Personen geschnitten. Ich weiß, die Saori Weber haben sogar ein kleines, spannendes Werkzeug zum Schneiden dieser schmalen Stoffstreifen.
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Reißen befriedigt meine inneren Instinkte des Dekonstruktivismus und so bleibe ich bei dem, was so schön 'ratsch' macht.
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Um die Technik auszuprobieren, fing ich mit einem Probestück von etwa 20-25 cm Breite und 2,5 m Länge an. Der heddle ist ein 50/10er, den ich mit sehr dünnem Wollgarn, doppelt genommen, aufzog.

Ich wollte schon länger mal mit so dünnem Garn eine Kette aufziehen und diese Technik ausprobieren. Daher war ich recht froh über den kleinen Schubser durch die OLG.

Seit 1.März wohnt nun unser neuer Mitbewohner im Haus, die letzten Chaoswellen schlagen nur noch mittelhoch und als er den Sampler sah, verliebte er sich prompt in ihn weswegen er nun seinen Tisch als Mittelstreifen ziert ;o)

Meine ursprüngliche Idee, noch einen solchen schmalen Streifen zu weben und dann beide zu einer Kissenhülle zusammenzusetzen schlug damit also fehl. Daher zog ich noch eine Kette auf, diesmal in der ganzen Breite und webte noch einmal los.
Die Stoffe stammen von alter Bettwäsche (einige zerschlissene Bezüge mit Prilblumen noch aus den 70ern), ein paar ältere Hemden meines Gatten, die ich zu grell oder häßlich fand um sie anders weiterzuverarbeiten und Stoffreste.
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Diesen etwa 2,5m langen und etwa 40 cm breiten Streifen faltete ich, nähte ihn an den Seiten zusammen und versäuberte alles mit weiteren Stoffstreifen. Da ich ja alles mit der Hand nähe, liebe ich diese Form des Versäuberns. Sie schaut ordentlich aus und hält gerade lose Stoffe gut zusammen. Die Kante bekam noch einen doppelten Umschlag, eine weitere Einfassung und zwei Knöpfe. Und voilá, das neue Sesselkissen ist fertig.
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nemo ignorat 23.03.2014, 12.54 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Schal

Vor etlichen Jahren brachte ich mir bei Baumwolle auf dem Spinnrad zu spinnen. Mit der Spindel lief es gut, nur mit dem Spinnrad haperte es noch. Nichts hilft besser dabei etwas zu lernen als jede Menge Übung, also holte ich ein Kilo natürlich farbig gewachsener Baumwolle raus und verspann es in einem Rutsch. Der Faden wurde immer besser und ich war mit dem Ergebnis recht zufrieden. Gezwirnt hatte ich dann einige Stränge recht passabel dünnen Garns.
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Ich fand es so passabel, dass ich anfing einen Schal zu stricken. Der mir nicht gefiel und wieder aufgeribbelt wurde. Um einen weiteren zu beginnen. Den dritten Versuch machte ich dann mit meinem Lieblingsmuster, nämlich Elizabeth Zimmermanns Pie Are Square. An sich ein wunderbares Muster, aber es fühlte sich mit der Baumwolle einfach nicht richtig an. Es sah auch nach nichts aus. Also beschloss ich mich zurück zu den Wurzeln zu begeben, alle modernen Handarbeitstechniken über Bord zu werfen und die Baumwolle zu verweben. Denn da kam sie schließlich her.
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2,5 m lang, etwa 35 cm breit, auf dem Ashford Rigid Heddle gewebt mit zwei Streifen blauer Seide und ein paar Kelim Quadraten als added interest.
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So sollte Baumwolle sich anfühlen, fallen und tragen. Einfach wunderbar.
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Und für den besten Ehemann von allen gab es eine neue We Call Them Pirates Mütze. Seine alte hatte er nämlich im Zug liegen lassen und war doch sehr betrübt darüber. Ist aber ja kein Problem, ich kann ja stricken und so bekam er die hier als Ersatz.
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nemo ignorat 27.02.2014, 15.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Aussortieren

Den letzten Monat verbrachte ich hauptsächlich damit alles mögliche aus- und durchzusortieren. Begonnen mit dem Keller meiner Eltern. Als meine Eltern zu uns zogen kamen sie von einem Haus mit knapp 500 qm in eine 90 qm Wohnung. Und sie fuhren mit zwei Umzugs-LKW mit insgesamt 90 Kubikmeter vom Boden bis zum Dach gefüllt vor. Nach den ersten lästerlichen Bemerkungen, man könne ja einfach alles auf 1 Meter Höhe stellen, dann würde es schon reinpassen, wanderte das meiste davon natürlich in unseren Keller. Und blieb dort. Ungesehen. Nun 11 Jahre.

Immer wenn ich anfing mal etwas auszuräumen, entstand die komische Situation, dass ich die Sachen in den Hof trug um sie auf den Recyclinghof zu bringen und einer von beiden sie wieder reintrug. Um jedes Bisschen, was weg sollte, musste ich feilschen, weswegen ich irgendwann aufgab.

Nun ist mein Vater inzwischen verstorben und meine Mutter kommt nicht mehr aus dem Rohllstuhl, also wirklich die beste Gelegenheit den Keller auszumisten.

Was nicht ganz leicht fiel. Das Sortieren durch diese ganzen Sachen war wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach 4 Tagen Ausräumen und Durchsortieren war ich emotional geschaftt, aber der Keller war leer.

Um mich Zwischendrin abzulenken, sortierte ich dann gleich die ganzen Handarbeitssachen in meiner Wohnung durch.

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So übersichtlich kann es aussehen. Und ja, die Schubladen sind beschriftet.

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Auch die Web- und Stickgarne (zumindest die, die noch gefärbt werden müssen) haben einen neuen, übersichtlichen Platz gefunden.

So ganz bin ich mit den Stoffen noch nicht durch und der Dachraum ist auch noch nicht ganz leer, aber es wird.

Immerhin, gestrickt habe ich auch - ein bisschen.

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Nach dem Lusekofte hatte ich ja noch ausreichend Garn für einen weiteren Pullover übrig und so machte ich mich an einen Fana inspirierten. Da ich ein deutlich dichteres Gestrick anstrebe, stricke ich diesen nun mit einer Nadelstärke kleiner als den Lusekofte, was zu einer unglaublichen Anzahl an Maschen führte und natürlich auch dazu, dass jede Reihe ziemlich langsam gestrickt wird.

Ich bin mir relativ sicher, dass es dieses Jahr keinen Winter mehr geben wird - zumindest nicht hier im Rhein-Main-Gebiet. Also habe ich ja noch ein knappes Jahr Zeit um den Pullover zu beenden. 18 cm sind schon geschafft ;o)

 

nemo ignorat 29.01.2014, 10.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines Alltägliches

Klackschalldämpfer

Als wir in unsere Wohnung zogen lag im Flur ein eigenartiger Teppich. Dieser Teppich lud meinen Staubsauger (egal welchen, ich testete sogar mehrere aus) beim Saugen derart statisch auf, dass ich jedesmal beim Saugen einen tierischen Schlag bekam, wenn ich mich dem Metallrohr auch nur näherte. Wir luden uns beim Gehen über den Teppich übrigens nicht auf, nur Staubsauger. Das war extrem unangenehm auf Dauer. Ich berichtete in meinem Freundeskreis davon und so taten sie sich eines Geburtstags zusammen und schenkten mir das Laminat mitsamt Einbau. Ich war so glücklich, ich musste heulen. Und ich bin immer noch glücklich darüber.

Nun ist mein Hundesenior aber wie viele ältere Leute von einer unregelmäßigen Nacht geplagt. Und so wandert er von Wohnzimmer zu Bücherzimmer und wieder zurück, mit einem kleinen Steptanz vor unserem Schlafzimmer um zu sehen, ob ich nicht doch aufstehen möge um ihn von seiner Langeweile zu befreien. Und all das mit seinen Krallen, die nicht ganz so kurz mehr sind wie früher. Noch nicht so lang, dass es für ihn unangenehm wäre, aber lang genug um auf dem Laminat bei jedem Schritt Klackklack zu machen. Erst recht wenn er vor dem Schlafzimmer herumtänzelt.

Das schrie nach einem Trittschalldämpfer oder auch Teppich genannt.
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Vor einiger Zeit fielen mir einige Konen Tepichgarn zu. Schöne heimische Wolle, angenehm dick, mit Seele und strapazierfähig. An sich wollte ich daraus einen Teppich weben, aber ich brauche immer noch zu lang um den großen Webstuhl aufzubäumen, also entschloss ich mich meines Schlafes zu liebe dann doch einfach einen Teppich zu stricken. Einfach kraus, eine Kone nach der anderen runtergestrickt.

Und es klappt. Es ist doch nun deutlich ruhiger vor dem Schlafzimmer des Nächtens. Grumpy Old Dog darf wandern wieviel er will und ich kann schlafen.
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Ramses buddelt im Übrigen so viel, dass seine Nägel nur noch Stummelchen sind und definitiv nicht bis auf das Laminat reichen ;o)

nemo ignorat 05.01.2014, 07.44 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Gerade noch geschafft : Lusekoften

Gerade noch so am 31.12. wurde mein neuer Pulli fertig. Der Lusekoften aus der Coburger/Milschaf-Wolle von Dickel. Wie ich mich kenne, wird es nun noch dauern, bis es dann doch kalt geworden ist, bis ich ihn wasche und blocke, aber immerhin, fertig ist er schon einmal. Und schön ist er geworden, ich mag ihn. Und die Wolle fühlt sich auch gut an. Zugegeben, Coburger ist nicht gerade Feinwolle, aber sie ist weich und kuschelig genug für mich. Andere, emfpindlichere Menschen  müssen das dann selbst für sich entscheiden ;o)
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Die Dellen im Bündchen liegen an den Nadeln, mit denen ich das Bündchen noch festgesteckt habe. Wenn es erst einmal gewaschen wurde, liegt es dann auch an, ich kenn das schon mit dieser Art Bund.
Ich bin kein besonders großer Freund von den elastischen Bündchen. Irgendwie komme ich mir in solchen Pullis dann immer vor wie ein Knallbonbon. An den unpassendsten Stellen wird es schmaler und wo es eigentlich schmaler sein sollte wird es wieder breit. Ne, nix für mich.
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Und nachdem ich bloß knappe 400g Garn dafür benötigt habe und noch ca 800g in hell und mindestens 900 g in dunkel übrig hab, gibt es noch einen. Ich strick gern solche zweifarbigen aus naturfarbigem Garn. Meine Stricktechnik ist zwar nicht sonderlich elegant (sie erinnert mich an meinen Tastaturstil) aber schnell. Und solche einfachen Muster sind ja blind zu erledigen.
Nummer zwei soll dann eher im Fanastil werden. In Priscilla Gibson Roberts' Buch Knitting in the Old Way wird einer gezeigt und ich werde einfach immer bei Schachbrettmustern schwach. Aber es wird ein Pulli, keine Strickjacke. Angeschlagen habe ich gestern Abend schon einmal, das werde ich aber heute wieder auftrennen müssen, es sind mal wieder viel zu viele Maschen. Soo breit bin ich dann nun auch nicht. ;o)
 

nemo ignorat 02.01.2014, 10.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

lokales Gestrick

Wann immer ich vor der Wahl stehe etwas einzukaufen, versuche ich mich an die Faustregel: lokal, regional, fair trade, bio zu halten. Und obwohl wir in glücklichen Zeiten leben, in denen wir ohne große Probleme an eine Vielzahl an unterschiedliche Garne kommen, wird es immer schwieriger Garn zu kaufen, das lokal oder regional hergestellt wurde.

Für meinen neuen Outdoor Robustpullover suchte ich genau das. Und landete bei der Firma Dickel, die gerade mal 150 km von mir entfernt sitzen. Ich bestellte bereits im Sommer ein paar Garnproben bei ihnen (und zwei anderen Firmen ähnlicher Art), verstrickte sie, wusch sie und war mit der Ergebnis glücklich. Auch mit dem freundlichen Kontakt, so dass ich schließlich im November als die workshops langsam beendet waren mir 1 kg weiße und 1 kg dunkelbraune Wolle bestellte. Sie hatten gerade keine reinweiße Wolle auf der Maschine, so dass ich Milchschaf mit Coburger Fuchs bekam. Worüber ich sehr glücklich war, ich liebe Coburger Fuchs. Anfangs wollte ich einen rein hellen Pulli stricken, hatte ihn auch schon bis zum Ausschnitt fertig, aber dann erschien er mir doch zu dünn, so dass ich ihn auftrennte und noch einmal anfing. Diesmal mit quasi doppeltem Faden durch ein Einstrickmuster.
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Nun bin ich zufrieden und wieder knapp unter den Armlöchern. (Und muss mich nun entscheiden, wie es oben weitergehen soll. Werde ich steeken? Vorder- und Rückenteil einzeln stricken? Raglan gar? Es gibt soviele Möglichkeiten *g*)

Einen weiteren lokalen Garnkauf kann ich leider noch nicht zeigen, es wird ein Weihnachtsgeschenk ;o)

Warum lokal oder regional?

Das hat mehrere Gründe. Zum Einen erhöht jeder Kilometer, den ein Produkt nicht durch die Gegend transportiert werden muss seine Umweltfreundlichkeit. Firmen wie Dickel zB verarbeiten auch zudem regional Wolle. Was wiederum den heimischen Schafhaltern hilft. Und als nächstes brauche ich keine Garne, die durch einen hochindustrialisierten Prozess gegangen sind. Bei meinen Recherchen für mein Buch durfte ich erfahren, wie zB Wolle superwash zubereitet wird. Und wenn ich Nylon an meinen Garnen haben möchte, dann kaufe ich es. Ich weiß, ich kann nicht jedes Fitzelchen Garn selbst spinnen, das ich für mich verarbeiten möchte, aber wie bei meinem Essen möchte ich nicht, dass meine Kleidung mehr Kilometer hinter sich bringt, als ich es in meinem Leben tun werde. Und ich möchte sie so naturbelassen wie möglich haben. Wenn etwas von weiterher kommen muss, dann möchte ich bitte schön, dass die dortigen Produzenten auch fair entlohnt werden. Also fair trade oder gleich Direktvermarktung mit möglichst wenig Zwischenhändlern. Und am besten ist es natürlich zudem noch, bio zu kaufen.

nemo ignorat 03.12.2013, 12.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

alles bunt

Die letzten beiden Wochenenden standen wieder ganz klar unter dem Zeichen der Farben. Gerade vorhin bin ich vom dreitägigen Färbekurs im Oberbergischen zurückgekommen mit neuen Erfahrungen, ein paar bunt gefärbten Stoffen und Bildern.
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Diesmal war hauptsächlich Baumwollbatist dabei - mir ist im Moment nach dünnen Stoffen. Außerdem, da muss ich ja ehrlich sein, nehmen die dünnen Stoffe die Farbe natürlich auch besser an.
Oben sieht man etliche Färbungen. Gelbholz, Kreuzdornbeeren in reif und unreif, Blauholz und Krapp und ein paar Überfärbungen mit Indigo und Veränderungen mit Eisenacetat und das dunkle Rot ist eine absolute Luxusfarbe: Lac.
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Ein paar Döckchen Baumwollgarn war auch mit dabei und durfte beim Experimentieren mitmachen.
Morgen beginnt nun der Onlinekurs Heckenfärbung. Mal schauen, was die Umgebung so hergibt ;o)

nemo ignorat 15.09.2013, 20.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Rotholz oder wie die Farben der Natur die Natur zerstören können

(wie immer gibt es elendiglich langen Text auch als PDF)

Aus gegebenem Anlass* möchte ich hier ein paar Worte über Naturfarben verlieren und welche Auswirkung sie auf unsere Umwelt haben und meine Meinung darlegen, wie wir damit umgehen können.

 

Prinzipiell ziehe ich das Färben mit Naturfarben immer dem Färben mit synthetischen Farben vor. Einfach weil ich damit Ressourcen schonen möchte und weil das Färben mit Naturfarben immer noch deutlich umweltschonender ist. Aber zum Einen war es nicht immer so und zum Anderen sehe ich die Entwicklung eines gefährlichen Trend.

 

Was war

 

Bis zur Einführung der Anillinfarben im frühen 19. Jahrhundert war es natürlich Gang und Gäbe mit Farben aus der Natur unsere Welt noch bunter zu machen. Um grelle und auffallende Farben zu erhalten war den Färbern jedes Mittel recht. Sie setzten hochgiftige Stoffe im Dutzend billiger ein (wie wäre es mit Schwefelchlorid oder Kaliumdichromat) und alles wurde brav einfach so in Flüsse und Seen abgeleitet oder ins Grundwasser entlassen. Färber wurden nicht umsonst schon seit Menschengedenken an die windabgewandte Seite der Städte und Dörfer gesetzt und bitte schön flussabwärts, damit man wenigstens vor dem Färberviertel noch Trinkwasser hatte. Bei all den Färbepraktiken war es auch kein Wunder, dass Färber nicht wirklich alt wurden.

 

Diese Färbepraktiken haben sich bis heute erhalten. Man muss nur in die Länder sehen, in die unsere dreckige Färberei ausgelagert wird, weil sie eben nicht europäische Umweltgesetze haben. In vielen Ländern ist Färberei nach wie vor etwas, was mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erledigt wird und wo die Böden ganzer Regionen nicht mehr zu bestellen sind, weil sie vor lauter Giften und Schwermetallen einfach nicht mehr fruchtbar sein können.

 

Außerdem war die Nachfrage nach bestimmten Farbstoffen so hoch, dass auch schon vor 150 Jahren einige färbende Spezies am Aussterben waren. Was mit ein Grund für die Entwicklung von synthetischen Farbstoffen war. So wie nach Kunststoffen gesucht wurde als Ersatz für Schildpatt (Teile des Panzers von Schildkröten, die man entweder lebend ins kochende Wasser warf um den Panzer aufzuweichen oder denen noch lebend der Panzer abgebrochen wird um sie dann hilflos und sterbend wieder ins Wasser zu werfen) und Elfenbein (das die Elefanten getötet werden, bevor man ihnen die Zähne ausbricht, liegt auch nur daran, dass sie so groß und relativ gefährlich sind, wenn sie sich wehren müssen). Beides geschah natürlich nicht aus Gründen des Tierschutzes, sondern weil die Produkte aus diesen Materialien extrem teuer waren und man schon um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert „Luxus für Alle“ möglich machen wollte. Sprich: größere Umsätze durch eine breitere Käuferschicht erreichen wollte.

 

Wie zerstörerisch damals schon mit natürlichen Ressourcen umgegangen wurde, zeigt das Beispiel Rotholz (Caesalpina christa und C. brasiliensis).

 

Im Englischen heißt es Brazilwood, im Portugiesischen Pau-Brasil und schockrotfärbende Hölzer kannte man schon im 6. Jahrhundert, damals kamen sie allerdings aus Asien (Caesalpina sappan). Rotholz und Rotholzlacke wurden u.a. in der Buchmalerei verwendet und der damals teure und begehrte Farbstoff kam über die Seidenstraße nach Europa.

 

Als die Portugiesen dann das heutige Brasilien fanden und eroberten, trauten sie ihren Augen kaum, denn die dortigen Urwälder waren voll mit diesem roten Riesenbaum. Sie waren darüber so glücklich, dass sie diesem „neuen“ Land einfach mal den Namen Brasilien gaben, nach dem Brazilholz. Tonnenweise wurden die Bäume gefällt und per Schiff nach Europa gebracht. Rotholz wandelte sich damit langsam von einer Luxusfarbe zu einem Konsumgut**.

 

Da so ein wild gewachsener Rotholzbaum allerdings um die 80 bis 100 Jahre benötigt um eine Stammstärke zu entwickeln, die auch das richtige Rot als Kernholz hat (also das innerste Holz eines solchen Stammes), wurden die Bäume natürlich immer weniger und seltener und man musste immer tiefer in den Urwald vordringen um noch welche zu finden.

 

Welch ein Glück kamen dann die Teerfarben auf und man musste sich nicht mehr auf die beschwerliche Suche nach diesen Bäumen machen. Auch schrumpfte das natürliche Verbreitungsgebiet des Baumes durch Brandrodungen immer mehr zusammen, so dass sie immer noch seltener wurden. Nur noch Holzhandwerker und Violinbogenbauer waren scharf auf das Pernambuccoholz. Bis die Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich eine Renaissance der Pflanzenfärberei erblickte. Aber es waren nur wenige Hippies und Alternative, die sich damit beschäftigten. Ein wirkliches Geschäft ließ sich mit ihnen nicht machen (fragt mal unsere heimischen Woll- und FarbstoffhändlerInnen wie schwer sie es bis vor ein paar Jahren noch hatten) und die Abfälle aus der Holzverarbeitung reichten noch aus um die Nachfrage zu befriedigen. Und dann wurde Naturfärberei plötzlich hipp.

 

Was wird

 

Naturfärberei liegt im Trend. Immer mehr Modefabrikanten entdecken, dass man nicht nur mit Biostoffen, sondern erst recht mit pflanzengefärbten Biostoffen ein großes Geschäft machen kann. Natürlich geht es den Herstellern von Kinderbekleidung am Besten. Denn für unsere lieben Kleinen sind wir immer bereit noch ein paar Euro mehr abzudrücken, wenn wir ihnen dann nicht diese „schädliche Chemie“ antun müssen. Und da viele Pflanzenfarben sogar so unschädlich sind, dass man sie auch essen kann, werden Lebensmittel inzwischen auch sehr gerne mit Chlorophyll, Rote Beete und ähnlichen Farben bunt gefärbt. Es geht ja nicht an, dass wir uns umgewöhnen müssten, nur weil wir plötzlich nicht mehr Azofarbstoffe verwenden können (oder sogar dürfen). Quietschbunt muss schon sein.

 

Ich habe es zuerst bei den Pflanzenfarbextrakten bemerkt. Chlorophyll, ein ohnehin schon unglaublich teurer Farbstoff, allerdings auch der einzige, der das sonst so etwas schwer fassbare Grün in Reinform zaubert, wurde aufgrund der gestiegenen Nachfrage durch die Lebensmittel- und Modeindustrie innerhalb eines Jahres um glatte 150% teurer. Und es ging weiter. Rotholz verschwand nach und nach aus dem Programm der Händler. Zu recht. Der Baum steht inzwischen unter Artenschutz weil er kurz vor dem Aussterben steht und was noch im Handel war stammte noch aus den Restbeständen und Vorräten. Die inzwischen aufgebraucht sind. Vielleicht wären wir sogar etwas besonnener mit diesem an sich kostbaren Farbstoff umgegangen, hätten wir früher die Informationen erhalten, die nun überall stehen. Caesalpina brasiliensis stirbt aus! In ein paar Jahren wird es mit etwas Pech keinen natürlich gewachsenen Brazilholzbaum mehr geben. Und bislang war der Anbau des Baums in Plantagen nur mäßig erfolgreich. Er wächst zwar schneller und benötigt im Schnitt nur noch 45 bis 50 Jahre bis er gefällt werden kann, aber das kostbare Kernholz hat nicht die Qualität und damit auch nicht die entsprechende Farbausbeute.

 

Und es bleibt nicht bei Chlorophyll oder Rotholz. Die Nachfrage nach Naturfarben wird in den nächsten Jahren noch steigen. Der allgemeine Öko- und Biotrend, so gut er auch sein mag, wird weitergehen und immer mehr Konsumenten werden nach immer mehr Produkten aus natürlichen Rohstoffen verlangen.

 

Und damit haben wir den Salat. Denn nichts auf der Welt ist in der Lage unseren Hunger nach immer Mehr und Mehr und noch Mehr mit natürlichen Rohstoffen zu stillen. Das war im 18. Jahrhundert und auch im 19. Jahrhundert nicht möglich und heute erst recht nicht. Damals (um 1800) lebten gerade einmal 1 Milliarde Menschen auf dem (und von dem) Planeten, heute sind es über 7 Milliarden und schätzungsweise werden es 2050 über 9 Milliarden sein.

 

Was können wir machen?

 

Sollen wir also doch wieder auf konventionellen Landbau, synthetische Dünger, Farbstoffe aus petrochemischen Rohstoffen zurückschwenken? Nein, petrochemische Stoffe können nicht die Lösung sein. So gut es an sich auch war, dass petrochemische und andere Kunststoffe erfunden wurden (wahrscheinlich wären die drei Schildkrötenarten ohne Zelluloid schon früher ausgestorben so gibt es immerhin noch ein paar wenige Exemplare) so sehr reden wir auch hier von endlichen Ressourcen. Auch Erdöl ist nicht unendlich auf diesem Planeten vorhanden! Und wie ich immer zu sagen pflege: sollte ich einmal die Wahl zwischen einem Leben lang bunte Klamotten und einer künstlichen Herzklappe haben, weiß ich wo meinen Prämissen liegen.

 

Ich wiederhole mich immer wieder gern. Die einzige Möglichkeit, die wir haben um mit diesem Dilemma zurecht zu kommen ist weniger und das Wenige bewusster zu konsumieren.

 

Konkret auf unsere Naturfarben bezogen heißt das, dass wir vielleicht ein wenig umdenken sollten.

 

Unsere Sehgewohnheiten und unsere Farbgewohnheiten sind von synthetischen Farben geprägt. An allen Ecken und Enden sehen wir quietschbunte Farben. Mir geht es nicht einmal darum, ob diese Farben nun natürlich sind oder nicht. Auf Proteinfasern lassen sich auch mit Naturfarben grelle Farben produzieren. Wir sind aber eine Farbpalette gewohnt, die eben nur mit bestimmten Farbstoffen auf natürlichem Wege zu erzielen ist. Einer dieser Farbstoffe ist Rotholz gewesen.

 

Natürlich können wir uns nun nach Alternativfarbstoffen umschauen, die dieselben Farben oder wenigstens ähnliche herstellen. Und welche Pflanze stirbt dann als nächstes aus?

 

Es geht nicht einmal darum, vollständig auf diese Farben zu verzichten. Vielleicht sollten wir uns einfach nur angewöhnen diese Farben als den Luxus zu betrachten der sie sind. Und sie ebenso sparsam einzusetzen.

 

Vielleicht sollten wir auch Naturfarben nicht nur nach Jahrgang betrachten (es gibt halt gute und schlechtere Jahrgänge im Wachstum einer Pflanze), sondern auch lokaler. Wie wäre es, wenn wir uns mal die Farben eines Kontinents, Landes, einer Region anschauten? Welche Farbstoffe leben in meiner nächsten Umgebung und was läßt sich mit ihnen machen? Können wir durch Alkoholauszüge oder Fermentation oder durch kaltes oder heißes Einweichen, durch Dämpfen oder im Direktfärben vielleicht unsere Farbpalette vergrößern?

 

Natürlich kaufe ich auch immer noch Farbstoffe. Krapp und Indigo zum Beispiel. Zwei grundlegende Farbstoffe in meiner Werkstatt. Nicht jeder hat die Möglichkeit seinen Bedarf an Farbstoffen aus dem eigenen Anbau zu befriedigen. (Oder den Grünen Daumen für den eigenen Anbau. Bei mir überleben nur die robustesten Pflanzen.) Und ich suche auch nach Alternativen zu dem Schockrot des Rotholz. Allerdings wird es weiterhin eine Luxusfarbe sein. Gezielt und selten eingesetzt. Vielleicht nur noch auf Seidenstickgarn. Damit sich das Färben auch lohnt.***

 


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* Der gegebene Anlass ist ein ärgerlicher Mailwechsel mit jemandem, der sich danach erkundigt hatte, ob ich ihr meine letzten Rotholzvorräte verkaufen würde und die mich dann um 3 EUR herunterhandeln wollte, weil das der Preis war, den sie in einem älteren Katalog gesehen hatte. Ich hatte mein Rotholz allerdings damals woanders gekauft und das hatte mich eben 3 EUR mehr pro Kilo gekostet gehabt.

 

** Keine Angst, die Menschen haben sich in den letzten 500 Jahren nicht so sehr verändert. Auch damals versuchten sie soviel zu konsumieren wie nur möglich war. Die Möglichkeiten – sowohl für das Individuum als auch an der Menge der Konsumgüter – waren nur geringer, das ist der einzige Unterschied.

 

*** Diese und ähnliche Fragen treiben mich gerade um. Und spätestens nach diesem Artikel sollten keine Zweifel mehr über die grundlegende Stimmung meines kommenden Buches herrschen. Es wird kein Buch mit Farbrezepten im Kochbuchstil geben. Und ich werde auch kein Blatt vor den Mund nehmen.

 

nemo ignorat 30.08.2013, 17.35 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

noch mehr Färbeklassen


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Im Moment ist Hochsaison für Färbeklassen. Und so waren wieder zwei Färberinnen bei mir und haben ihrer Passion freien Lauf gelassen.
Ich bin immer wieder begeistert, wie unterschiedlich die Ergebnisse der Einzelnen werden, obwohl wir immer dieselben Farben verwenden.

Oben von links nach rechts: Baumwollsamt mit Zwiebelschalen, Gelbholz, Krapp
Unten: Blauholz und Indigo mit Eisenacetat, Blauholz mit Eisenacetat und einfach nur Blauholz.

Da ich es eigentlich nicht mehr so machen möchte, dass wir die gebündelten Färbungen gleich am dritten Tag öffnen, habe ich diesmal eines meiner Bündel als Anschauungsobjekt geöffnet.
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Eines meiner Hemden, die ich vor etlichen Jahren mit Blüten gefärbt hatte, musste nachgefürbt werden. Und so wurden mal wieder Dahlien, Malvenblüten und diverses anderes über dem Hemd verteilt und nach einem heißem Bad blieb es über eine Woche liegen.
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Einige der schon trockenen Stoffbündelchen.
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Und dann bekam ich die Tage noch ein Buch aus Indien. Ich kriege nicht häufig Bücher aus Indien, aber ich liebe dieses leicht raue Papckpapier und die exotischen Stempel. Für mich hat es immer noch etwas wirklich Fernes und Fremdes an sich. Abenteuer. (Auch wenn ich nicht hinfahren möchte, aber das ist eine andere Sache.)
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normalerweise sehen meine Zollstmpel deutlich prosaischer aus ;o)
und das hier ist das Buch:
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Ursprünglich 1959 erschienen wurde diese Auflage 2010 gedruckt. Es hat etliche Neuauflagen hinter sich gebracht und ich kann nur sagen: zu recht. Es bietet eine grundlegende Einführung in unterschiedliche Faserarten, deren Herstellung und Pflege. Von Synthetikfasern bis hin zu Wolle und Seide. Ich bin wirklich froh, dass wir in diesen Zeiten leben, wo unsereins so fern von Indien auch Zugriff auf ein Buch einer Indian Women Writers Cooperative bekommt. Das Internet macht's möglich.
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Am Samstag, dem 7. September gebe ich übrigens eine Indigovorführung bei Kondilis Ecobau in Bonn. Beginn 11 Uhr. Ich werde die organische Reduktionsküpe zeigen und die Indigokristallküpe.

nemo ignorat 29.08.2013, 10.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Buch: The Spinner's Book of Yarn Designs

 

Buchbesprechung Spinnbücher

 

Sarah Anderson. The Spinner's Book of Yarn Designs. 2012

 

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Und da dachte ich, ich tue meinem ohnehin schon überquellendem Bücherregal etwas Gutes und kaufe mein nächstes Craft-Buch als Kindleversion und was passiert? Es ist natürlich ausgerechnet die eine Neuerscheinung, die ich unbedingt als Dead Tree Version haben will.

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Der Reihe nach. Seit ich entdeckt habe, dass es eine Kindle App für den Android gibt, bin ich verloren. Natürlich lebte auch im Hinterkopf die Hoffnung, ich könnte mein oben erwähntes, schon über den Rand des erträglichen hinaus getriebenes Bücherregal (das eine von den vielen hier in der Wohnung, keines in einem besseren Zustand) schonen. Man muss ja nun auch wirklich nicht für alle Bücher Bäume schlachten. Also kaufte ich mir die Kindleversion von The Spinner's Book of Yarn Designs und begann zu lesen. Nur um relativ schnell festzustellen, dass es dieses eine Buch ist, das man wirklich in der Hand halten will. Dann also doch wieder die toten Bäume.

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Was mich sofort in den Bann schlug war die schier endlose Variation an unterschiedlichen Garnen, die Sarah Anderson in ihrem Buch zusammengestellt hat. Natürlich kannte ich schon alle diese Garne. Aus Jacey Boggs, Amy King, Judith McKenzie, Penny Walsh u.v.a.m. Aber eben nicht so übersichtlich in einem Buch zusammengetragen. Doch was mich letztendlich überzeugte waren ihre handgesponnenen Garne für Occhi, Klöppeln, Häkeln und Sticken. Immer auf der Suche nach dem perfekten Stickgarn für mich, musste dies der entscheidende Faktor werden.

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Sarah Anderson hat in The Spinner's Book of Yarn Designs eine Sammlung an Spinntechniken und Garntechniken zusammengetragen, die in dieser umfassenden Organisation ihresgleichen suchen. Ja, man muss schon ein bisschen spinnen können. Sie geht nur am Rande auf die Anfänge, Spinnradtechnik und Spindelspinnen ein und die grundlegenden Anfängerprobleme werden kaum gestreift. Wenn man aber schon ein bisschen spinnen kann und nun in die bewusste, gezielte Garnherstellung einsteigen möchte und das Endprodukt nicht dem Zufall überlassen will, dann würde ich nun immer zu diesem Buch greifen. Es ist einfach umfassender als alle bisherigen Spinnbücher zusammen. Klar strukturiert und gut geordnet mit einem sinnhaften Aufbau, der sich durch das ganze Buch zieht.Und mit wirklich klaren, gut erkennbaren Bildern. 

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In diesen ausführlichen Bildern zeigt sie wie man mit den kleinen Handkämmen kämmt und wie man unterschiedliche batts und rolags kardiert, wie ein puni entsteht und wie man die Kardiermaschine richtig bedient um auf ihr nicht nur zu kardieren, sondern auch bunte, gemischte batts herzustellen.

 

Die Bilder sind auch das entscheidende bei ihren Garnkonstruktionen. Nur Singles bestehen nur aus einem Faden, aber sobald es mehr als einen gibt muss man sich um Richtung und Winkel des Dralls kümmern, man muss wissen wieviele Einzelfäden in welcher Reihenfolge zusammengezwirnt werden müssen usw. Und dazu hat sie anschauliche Bildserien entwickelt, die als Referenzkarten auch dem Buch zusätzlich dazugegeben wurden. (Noch ein weiterer Grund sich für die gedruckte Version zu entscheiden.)

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Die Informationen in dem Buch reichen vom klassischen Einzelfaden und seinen Cousins, den fetten Singles und den energized singles, über das zweifache Zwirnen und Kettenzwirnen zu den klassischen Novelty Yarns wie Bouclé, Gimp, Krepp bis hin zu den modernen Art Yarns wie coils und super coils, core spun und den eingesponnenen Kokons, beehives, tailspun und Perlen.

Sie hat Versuche gemacht, welche Garnkonstruktion am Besten für Sockengarne geeignet sei und wie man am Geschicktesten Garne für unterschiedliche Zwecke einsetzt.

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Andersons Spinntechnik ist immer diszipliniert und zielt darauf ab, das Garn spinnen zu können, das man haben will. Womit sie in der Spinntradition einer Judith McKenzie (die nicht umsonst das Vorwort zu dem Buch schrieb), Amy King und Jacey Boggs steht. Spinnkontrolle ist das zentrale Anliegen, gepaart mit einer Neugier, woraus bestimmte Garntypen bestehen und wie man sie hinbekommen kann.

 

Damit hat sich The Spinner's Book of Yarn Designs mit einem Schlag zu meinem Grundlagenbuch katapultiert. Eines dieser wenigen Bücher, die ich immer behalten würde, sollte ich einmal meine Bibliothek auflösen müssen.

 

The Spinner's Yarn Designs. Techniques for Creating 80 Yarns. Sarah Anderson. 2012. Storey Publishing. ISBN 978-1-60342-738-8. 27,50 USD. Hardcover. Sprache: Englisch

 

nemo ignorat 26.07.2013, 08.09 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Buchbesprechung Spinnbücher

Farbenlehre


. Hände der Lehrerin am Ende .
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Letzte Woche war ich bei Karin Tegeler und habe dort meinen Färben mit Pflanzenfarben auf Baumwolle und Leinen-Kurs gehalten. (Ich glaube, ich muss mir einen anderen Titel aussuchen, das kann man sich ja nicht merken ;o) )

Ach, es war wieder schön. Die Teilnehmerinnen waren so interessiert und aktiv dabei. Obwohl der Kurs offiziell nur bis 16 Uhr jeden Tag geht, haben wir regelmäßig überzogen um die vielen Sachen, die ich unterbringen wollte noch hinzukriegen.
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. Willkommenspack .
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Mit diesen Stoffproben zum Färben und den Mappen, in denen die Arbeitsblätter waren, wurden die Teilnehmerinnen begrüßt.
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. Krapp .
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Nach einiger Theorie zum Färben von Pflanzenfasern ging es dann auch ans Beizen.
Wie immer hat nicht alles so perfekt geklappt. Das Eisenacetat wollte nicht so wie ich wollte und ein großes Manko war ein mangelndes Markierungssystem. Daran arbeite ich noch. Ich habe für den nächsten Kurs auch schon Ideen wie man es besser machen kann.
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. verschiedene Farben .
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Ich weiß nicht wie das bei anderen ist, die Kurse unterrichten, aber auch zu meiner aktiven Zeit in der Erwachsenenbildung war eigentlich kein Kurs wie der letzte davor. Ich lerne ja bei jedem Kurs etwas Neues und so verändern sich die Kurse immer wieder. Und dazu kommt, dass ich ja auch zwischen den Kursen immer weiterbilde.
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. Bündelfärbungen sind immer ein großer Spaß .
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Ich weiß nicht, ob das irgendwann einmal anders werden wird. Einerseits ist es natürlich schön, wenn man sich ein Gerüst erarbeitet, auf dem man aufbauen kann. Andererseits möchte ich aber eigentlich lieber nicht in eine Routine kommen, die mir den Blick auf Neues verbaut. Ich werde sehen und die Augen aufhalten.
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. Blütenshibori einer Teilnehmerin .
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Ein Problem bei diesen Kursen ist immer Zeit. Denn letztendlich muss ich Vorgänge in 3 Tage packen, die ich zuhause in meiner Werkstatt in der Regel über 3 Wochen hinziehe.
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. überfärbt mit Zwiebel und Krapp und ausgewickelt .
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Allein die Vielfalt an Farben übersteigt schon die Zeit um ein Wesentliches. Und dann die unterschiedlichen Beizen. Andererseits ist es halt für viele schwierig längere Zeit irgendwohin zu fahren um dann halt doch eine Menge Leerlauf zu haben.
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. mal ein blauer statt eines grünen Daumen .
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Ich habe das in meinem letzten Onlinekurs recht gut zeigen können, als ich mal mitschnitt wieviel Zeit ich für die Färbeung an sich brauchte (mit Beizen und Farben vorbereiten) und über welche Zeitdauer es sich aber hingezogen hat.
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. industriell bedruckter Stoff mit verschiedenen Farben überfärbt und noch einmal überfärbt .
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Daheim kein Problem. Dann putzt man zwischendrin halt das Bad oder geht mit den Hunden spazieren oder geht außer Haus arbeiten. Aber auf so einem Kurs ...
An sich müsste man ein Retreat haben, eine Art Hotel wo man Ferien machen kann und währenddessen den Kurs abbekommt. Doch wer kann sich das schon leisten. Zeitlich und Finanziell? Ich nicht. Und die meisten, die ich so aus meinen Kursen kenne auch nicht.
Also müssen wir mit der unfertigen Welt leben.
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. Färben wie in einer asiatischen Garküche .
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Färben mit Naturfarben ist immer eine Herausforderung. Vielleicht trauen sich deshalb so wenige an das Thema. Wer weiß. Ich jedenfalls drehe gerne meinen Tanz in der textilen Welt mit meinem Anker im Pflanzenfärben. Bis zum nächsten Kurs dann, es war wieder so wunderschön.
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. mein Färbemobil (*danke Suse) .

nemo ignorat 09.07.2013, 08.30 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Ein Wort zur Chemie

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Chemie ist erst einmal die Wissenschaft, die sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen beschäftigt. Chemische Stoffe sind z.B. Kochsalz, Calcium oder Eisen. Beobachtungen über den Aufbau eines Stoffes treffen wir z.B. wenn wir das Kochsalz als Natriumchlorid bezeichnen. Oder eben als das Natriumsalz der Salzsäure. Und schon haben wir jede Menge Chemie im Spiel.

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 Umgangssprachlich hat sich seit einigen Jahren der Gegensatz Natur contra Chemie durchgesetzt, der mir persönlich nicht behagt. Alles was Natur ist, ist irgendwie gut und ungefährlich. Und als Chemie wird dann alles angesehen, was gefährlich ist, krank machen kann oder eben unnatürlich ist. Dabei ist alles in der Natur Chemie (oder Physik). 
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Chemische Reaktionen finden immer und überall statt. Wenn wir uns ein Ei kochen oder Spaghetti. Wenn wir das Salz in das Nudelwasser geben, findet eine chemische Reaktion statt. (Wenn das Wasser übrigens kocht und anfängt zu Verdampfen ist das Physik nicht Chemie *s*) Gerade in diesem Moment geht in der Küche eine heftige chemische Reaktion ab, denn ich koche Leinen als Vorbereitung zum Färben aus. Mit Kaliumcarbonat (K2CO3) und Natriumcarbonat (Na2CO3) oder eben auch Pottasche und reines (calciniertes) Soda genannt.

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Ich mag Chemie. Ich finde Chemie unglaublich spannend und ich habe einen unglaublichen Respekt vor chemischen Vorgängen. So wie ich einen großen Respekt vor einem Tiger habe oder einer Python. Oder auch einem Haushund. Nicht alles, was in der Natur so vorkommt ist auch ungefährlich. Und nicht alles, wo ein komplizierter Name draufsteht ist gleich giftig oder krank machend.
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so sieht Cellulose aus, der Stoff, aus dem z.B. die spinnbaren Flachsfasern bestehen.

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Und dann waren da noch die synthetischen Stoffe. Stoffe, die häufig aus fossilen (Erdöl, Kohle, Gas) Substanzen bestehen und die von Menschen zu unglaublich komplexen und in der Natur so nicht vorkommenden anderen Stoffen gemacht werden. Kunststoffe nennen wir sie auch. Und niemand hat ein Problem damit sich mit ihnen zu umgeben.

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Wenn ich so auf meinen Schreibtisch blicke, an dem ich gerade sitze und schreibe, fallen mir sofort ein gutes Dutzend Dinge aus Kunststoffen auf. Meine Tastatur, mein Monitor, die Lautsprecher, meine Digitalkamera, die ganzen Kabelumhüllungen, meine Buntstifte, die mit synthetischen Farben hergestellt wurden, der Deckel des Tintenfasses, mein Kopfhörer und die Beschichtung der Umschläge der ganzen Bücher, die im Übrigen auch mit synthetischen Farben bedruckt wurden und nicht zu vergessen, die Medikamente, die ich nehmen muss. Alles von Menschen gemacht und zwar mit umgewandelten natürlichen Stoffen. Erdöl besteht auch nur aus Tieren, die hier auf dem Planeten herumrannten. Und Viskose besteht letztendlich auch nur aus umgewandelter Cellulose von Bäumen und Gräsern.

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 Probleme können auf mehreren Ebenen auftreten
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Einmal natürlich durch die Herstellung. Viele synthetische Stoffe müssen sehr aufwändig hergestellt werden unter Zuhilfenahme von nicht ganz unbedenklichen anderen Stoffen. Sei es nun Polyvinylchlorid, Säurefarben oder Viskose. Diese synthetischen Stoffe haben einen recht komplexen Herstellungsprozess gemeinsam, der nur solange auch für die Umgebung der Fabrik, in der sie hergestellt werden unbedenklich ist, solange es geschlossene Kreisläufe gibt. Sobald die teilweise toxischen Hilfsstoffe einfach in die Umgebung gelangen, wird es für die Lebewesen in der Umgebung gefährlich.

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 Das nächste Problem besteht in der Verwendung von bestimmten Stoffen. Und hier unterscheiden sich synthetische Stoffe nur unwesentlich von natürlich vorkommenden Stoffen. Wenn ich aus Rhabarberblättern die Oxalsäure zum Beizen auskoche, muss ich vorsichtig sein. Ich sollte dabei Handschuhe tragen, denn Oxalsäure kommt zwar sehr natürlich in eben Rhabarber, Ampfer oder auch Spinat vor, aber in hoher Konzentration kann sie die Haut angreifen und beim versehentlichen Kochen auch die Schleimhäute (also am Besten im Freien arbeiten und vielleicht beim direkten Kontakt eine Atemmaske). Trinken sollte man sie ohnehin nicht.
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Oder man nehme Formaldehyd. Auch ein Stoff, der natürlich vorkommt. Der sogar im menschlichen Körper gebildet wird, wenn man statt Ethanol (Alkohol wie er z.B. in Schnaps oder allen möglichen anderen alkoholischen Getränken vorkommt) Methanol zu sich nimmt. Schon ab einer Menge von 30 ml/m³ besteht akute Lebensgefahr. Erwähnte ich übrigens, dass Formaldehyd sehr häufig in neuen Kleidungsstücken zu finden ist? Auch denen, die man direkt auf der Haut trägt. 

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Und dann gibt es noch das Problem mit der Entsorgung. Wohin mit all den Stoffen?

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 Eigentlich gibt es nur wenige Stoffe, die nicht irgendjemanden da draußen schädigen. Die ersten, die gehen sind in der Regel Wasserlebewesen. Kröten, Frösche, Amphibien und Fische werden am häufigsten geschädigt, wenn wir bedenkenlos irgendetwas in die Umgebung entlassen. Schwermetalle und andere giftige Stoffe sammeln sich in den Böden an und gehen entweder weiter in die Pflanzen oder sie lassen die Böden nach und nach absterben. Und am Schluss stirbt der Mensch. 
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Das Problem hierbei ist häufig nicht einmal, welche Stoffe in die Umgebung gegeben werden. Viele dieser Stoffe sind sehr natürlich. Bismut, Eisen, Cadmium, Zink, Kupfer, Chrom und Uran kommen sehr natürlich vor. Die liegen sozusagen einfach nur im Boden herum. Ihre Boden verändernde oder gar zerstörende Wirkung haben sie schon seit Jahrhunderten ausgeübt. Nämlich überall wo Erz abgebaut und der Abraum einfach in die Umgebung gekippt wurde.

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 Zu diesen natürlichen Problemfällen kommen seit etwas mehr als 100 Jahren nun auch noch die synthetischen. Kunststoffe, die wir als unbedenklich einstufen, die aber sich nicht oder nur schwer zersetzen. Die noch nach Jahrzehnten in den Meeren herumschwimmen und als Plastikwirbel inzwischen zu Markern für Wasserbewegungen geworden sind. Plastiktüten, die in den Mägen von Meeresschildkröten und Seevögeln gefunden werden. Und wenn sie dann langsam zerfallen, landen die giftigen Zwischenstufen wieder in der Umgebung. Und natürlich letztendlich in uns Menschen. 
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Also gibt es dann doch eine Trennung zwischen guter Natur und böser Chemie?

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 Nein. Aber es gibt die Frage nach dem Umgang. Und je mehr wir über die chemische Zusammensetzung eines Stoffes wissen und je besser wir uns mit seinen Einflüssen auf die Umgebung auskennen, desto besser können wir auch die Stoffe, mit denen wir als kleine Chemikerinnen, nämlich Färberinnen, arbeiten, auch einschätzen. Färben, sei es nun mit synthetischen oder mit natürlichen Farben, ist immer ein wenig wie das Spiel mit dem kleinen Chemiebaukasten. Da werden Moleküle auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt (Indigo), andere Moleküle größer gemacht und in Zellen finden chemische Reaktionen statt. Je mehr wir darüber wissen, desto besser können wir auch einschätzen was gefährlich für wen ist.
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Denn Kaliumaluminiumsulfat (Alaun) z.B. ist vollkommen ungefährlich für Säugetiere aber gefährlich für Wasserlebewesen. Und wenn ich das weiß, gehe ich anders damit um. Natürlich kann ich es als Beize einsetzen. Aber am Besten nicht einfach wegkippen. Entweder stark verdünnt in die öffentliche Kanalisation oder eine Dauerbeize anlegen.

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 Andererseits ist die Kaltbeize (Aluminiumformiat) reizend für die Augen, wenn man sie umfüllt und abpackt, aber sie ist in der Anwendung und Entsorgung vollkommen harmlos. Auch für Wasserlebewesen. 
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Obwohl Calciumhydroxid wirklich gefährlich klingt, kann ich die Indigoküpe, die damit hergestellt wird einfach auf den Kompost kippen. Was ich mit einer Küpe mit Hydrosulfit nicht machen sollte, es sei denn ich will, dass der gesamte Kompost umkippt und alle Bodenlebewesen darin sterben.

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 Und auch wenn es in einigen Färbebüchern noch so drinsteht: Zinnchlorid und Kaliumdichromat machen zwar wirklich, wirklich schöne Farben. Aber sie sind giftig. Im Umgang und in der Entsorgung. So gering können die verwendeten Mengen gar nicht sein, dass sie harmlos wären. 
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Ein kleines bisschen chemisches Grundwissen schadet nicht. Weder für uns Färberinnen noch für jeden anderen Menschen. Und nicht alles, wo Chemie draufsteht ist auch böse.

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 tl;dr 
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Alles in diesem Weltall ist Chemie oder Physik. Nicht alles, was aus der Natur kommt ist gut und ungefährlich. Was für wen gefährlich und was ungefährlich ist läßt sich am einfachsten mit ein bisschen chemischen Grundwissen und etwas gehörigen Respekt entscheiden.

 

nemo ignorat 28.06.2013, 20.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Noch ein Sturm

Ich habe den Eindruck, die heftigen und plötzlich auftauchenden Gewitter werden immer häufiger. Heute Nacht hatten wir wieder so eines. So aus dem Bett heraus, war es herrlich. Aber ohne ordentliches Haus und Dach überm Kopf würde ich so einen Sturm lieber nicht miterleben müssen ;o)

Jedenfalls lagen heute morgen dann wieder jede Menge Äste mit Sturmgaben herum. Und niedliche, junge Walnüsse und Eicheln.

Meine Hunde sind es ja schon gewohnt, dass ich alle paar Meter stehen bleibe und etwas aufsammel. Und andere Leute sehe ich um die Uhrzeit noch nicht :o)
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Die Miniaturwalnüsse lassen sich ganz einfach mit dem Messer schneiden. Ganz im Gegensatz zu ihren älteren Varianten, die so in zwei Monaten von den Bäumen fallen können.

Drückt mir mal die Daumen, dass eine Abholaktion heute gut geht. Ich habe einen Waschkessel ersteigert und nun bin ich ein bisschen nervös, dass es auch klappt.

nemo ignorat 21.06.2013, 07.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Endlich Sommer

Endlich ist es warm. Und ehrlich, auch wenn mir diese Temperaturen nicht wirklich liegen (ich könnte eher nach Norwegen passen), dieses Jahr beschwere ich mich nicht. Es war so lange so kalt, ich nehm jedes bisschen Wärme, das ich kriegen kann.
Der Vorteil dieser Temperature ist, man kann einfach eine Fermentationsküpe ansetzen und in den Hof in die Sonne stellen. Wie ich es heute gemacht habe.
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Die jungen Lotuspflanzen beschweren sich übriegens auch nicht. Mal sehen, wie sich die Temperaturen in der Küpe so entwickeln. Heute sind wir auf zwischen 35 und 40 Grad. Mal sehen, wie es über Nacht sinkt.
Ich bin ja kein Freund dieser hässlichen, schwarzen Plastikdinger. Weder für Pflanzen noch für Küpen. Aber manchmal haben sie ihre Berechtigung. Schwarzes Plastik in der Sonne wärmt sich einfach unglaublich gut auf. Das Küpenfass ist ein Maischefass von 30 L aus dem Baumarkt und hat sogar einen richtigen Deckel, den ich für die Aufnahme abgenommen habe.
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ok, Madame Louise Odier hat nichts mit Färben zu tun, aber meine geliebte Rose (es leben drei von ihr auf meinem Grund) ist einfach zu schön. Und duftet in den frühen Morgenstunden und gegen Abend.

nemo ignorat 18.06.2013, 16.18 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

nicht faul

Es war ja still hier die letzte Zeit. Muttern ist ja mal wieder im Krankenhaus. Wieder ein Bruch. Ich kann nur allen raten sich ausreichend um Calcium und Knochendichte zu kümmern. Wenn man erst einmal in den 80ern ist, ist es zu spät.

Aber neben Schreiben und dem Üblichen, fand ich tatsächlich noch Zeit ein bisschen mit den Händen zu machen.

Hier nun der Nadelkiller. Aus ihm wurde eine Tunika oder ein Minikleid. In meinem Fall dann wahrscheinlich eine Tunika, da ich so etwas nie und nimmer ohne Hosen darunter anziehen würde. Als ich sie fertig machte, hatten wir hier noch etwa 10 Grad und Monsun. Beides hat sich ja nun zum Besseren gewendet und es ist warm und trocken. Wirklich eine Erleichterung nach all dem Regen.
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Alles handgesponnen und pflanzengefärbt bzw die graue Wolle ist naturfarbene irgendeine Britische Wolle. Generischer RVO ohne Schnickschnack.

Apropos Nadelkiller. Ich werde mir demnächst mal von den Karbonz besorgen und die ausprobieren. Die Metallnadeln sind zwar ganz nett, aber ich stricke einfach nicht gerne mit ihnen. Und noch einmal kaufe ich mir die teuren Knit Pro nicht, damit ich sie beim nächsten Pulli wieder kaputt machen kann. Manche Strickerinnen sind einfach nicht für diese empfindlichen Nadeln geeignet. Ich kill ja auch die Ebenholz- und Rosenholznadeln. Ein wirklich zu teurer Spaß :o)
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Als nächstes gab es dann ein paar genähte Tops für die wärmeren Tage. Ich hatte ja Hoffnung, die sich zum Glück bestätigte.
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Der Schnitt ist das ärmelose T-Shirt von Alabama Chanin. Ich muss gestehehen, ich weiß nicht mehr aus welchem der drei Bücher dieser spezifische Schnitt ist. Ich hab ihn mir vor über einem Jahr mal als Schnitt abgezeichnet, damals ein Muster genäht und dann nicht mehr angefasst. Der Schnitt ist aber ziemlich einfach und was ich an Natalie Chanins Büchern wirklich mag ist, dass sie spezifisch für Handnäherinnen schreibt. Ich nähe nicht gern mit Maschine und schon gar nicht Jersey. Wie immer lohnt es sich bei Chanins Schnitten vorher ein Musterstück zu nähen. Meines war damals aus einem alten T-Shirt zurechtgeschnitten, denn die Schnitte fallen doch sehr unterschiedlich aus.
Der Stoff stammt von meiner Lieblingsstoffhändlerin Anita Pavani und den gab es mal im Restebereich. Es ist Bio-Baumwollringel und er trägt sich einfach super angenehm. Ich hab ihn noch einmal in rotgeringelt. Und da ich gerade versuche mir eine Grundgarderobe zurechtzunähen kommt mir dieser Schnitt gerade recht. Das T-Shirt eignet sich nicht nur als T-Shirt, sondern auch als Unterhemd und da es auch langärmelig geht, kann ich mir auch noch ein langärmeliges T-Shirt aus dem Stoff nähen.
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Die nächste Tunika ist aus Seidenbourettejersey, auch von Pavani und mit Cochenille gefärbt. Die blauen Flecken am unteren Saum stammen von einer Blauholzverunreinigung des Stoffes, aber ich finde sie ganz nett dort wo sie sind. Der Schnitt ist mein eigener. Ein generisches Top, das ich vor einigen Jahren mal für mich entwickelt habe. Mit diesem Schnitt habe ich schon diverse Leinentops genäht und nun dieses Seidenbourettejersey-Oberteil.
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Ich habe es noch nicht getragen, bin aber sehr gespannt, wie der Seidenjersey sich so trägt. Ich mag Bouretteseide ja sehr. Für dieses Top habe ich meinen üblichen Schnitt etwas verlängert, ich wollte möglichst viel von dem gefärbten Stoff unterbringen.

nemo ignorat 08.06.2013, 21.54 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Weltnichtrauchertag und ein kleines Jubiläum

Heute ist Weltnichtrauchertag.
Ich bin sehr für persönliche Freiheit, weswegen mir dieses allgemeine Rauchverbot schon etwas aufstößt. Ich mag es nicht, wenn einem alles überall gleich verboten wird.
Aber und das ist ein großes Aber, bin ich auch ziemlich froh, dass nicht mehr überall geraucht werden darf. Denn,

ich bin 10 Jahre Nichtmehrraucherin.

Mein eigentliches Jubiläum war schon am13. April dieses Jahres aber da ist es irgendwie untergegangen. Deswegen nutze ich den heutigen Weltnichtrauchertag um meinen kleinen Triumpf zu feiern. ;o)

nemo ignorat 31.05.2013, 16.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines Alltägliches

Langsames Wiederauftauchen

Der letzte Kurs endete nun letzten Dienstag und ich musste mich erst einmal in mein Schneckenhaus zurückziehen. Introvertiert sein ist keine gute Vorraussetzung für eine Lehrerin und (seien wir ehrlich) Händlerin, aber ich muss einfach nur darauf achten, ausreichend Zeit für Atempausen zu haben.

In der Zwischenzeit habe ich (neben Steuer gemacht und Bügelwäsche versorgt) geschlafen, gelesen (den 1. Longmire Roman und Hemlock Grove) und geschrieben.

Über die letzten Jahre habe ich soviel Material zur Ökologie von Textilien, dem Färben und dem Spinnen zusammengetragen, dass ich mich nun dazu entschlossen habe ein Buch zu schreiben.

Den Gedanken hatte ich schon lange, aber nun ist die Zeit für mich reif. Harret also der Dinge, die da kommen mögen, denn ich schätze einmal so im Herbst/Winter 2013/14 wird es dann soweit sein. Mit natürlichen Färbereien für Pflanzenfasern ;O)

Vorgestern gaben mir meine Wistarias dann noch den jährlichen Grund, warum ich sie nicht schon längst gefällt habe:
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Sie wächst in einer Scheinzypresse. Diese Art Friedhofsbepflanzung aus den 1960ern, die wegen ihres immergrünen Charakters damals in nahezu jedem Garten standen. Es gab noch mehr davon, aber sie ist die einzige, die bis dato überlebt hat. Dank der Wistaria, die ich nach unserem Einzug hier nicht sofort kappte. Und da Wistarias so schnell wachsen, das man dabei zuschauen könnte, hätte ich verdammt schnell sein müssen.

Jeden Herbst ärgere ich mich über die Blätterfluten, durch die ich waten muss und jeden Juni über das Blütenblätternmeer, dass sich über den Hof ergießt. Aber in diesen 10 Tagen im Mai, wenn sie blüht, ist alles vergessen. Da liebe ich sie einfach nur. Und dank ihres Schutzes leben in der Scheinzypresse auf 4 Ebenen Vögel und im Moment klingt es, als würden wir einen ganzen Bienenstock durchfüttern.
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Während ich mit dem Onlinekurs so am Färben war, habe ich einen neuen Pulli begonnen. Mein generisches RVO diesmal mit ein paar bunten Ringeln. Leider fiel diesem nun eine weitere Rundnadel zum Opfer:
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Dies war eine Knit Pro.
Und dies ist der Pulli:
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Natürlich weiß ich, dass der Pulli vollkommen unschuldig ist und ich einfach nur zu fest stricke. Nun muss ich mich mal wieder auf die Suche nach einer passenden Bambusnadel in der Stärke und Länge machen, denn Bambus, im Gegensatz zu Holz, verbiegt sich bei mir nur und bricht nicht.

nemo ignorat 19.05.2013, 10.51 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines Alltägliches

Und durch den Spindelkurs gibt es auch was zu Sehen

Der April sieht mich ja nicht nur Färben und Bilder und VIdeos machen für den Wollefärbenkurs, sondern auch mit Auflagespindeln sinnen für den Spindelkurs in der Online Guild, den ich derzeit dort auch noch unterrichte.

Jedenfalls habe ich durch den Kurs und die Vorbereitungen dazu so richtige Lust auf das Spinnen mit den Aufalgespindeln bekommen.
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Schottischer Kaschmir auf russischer Spindel ;o)
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Und hier das gezwirnte Garn davon.
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Einmal mit Seidengarn verzwirnt und dann noch einmal mit sich selber verzwirnt. Also vierfalch kabliert. Und es ist immer noch so dünn, dünn, dünn. Aber weich wie eine Wolke *s*

nemo ignorat 26.04.2013, 05.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Erste Färbeergebnisse aus dem Kurs

Im Augenblick läuft ja gerade mein Online Färbekurs. Und weil ich ja was vorfärben muss, kann ich auch schon ein paar Ergebnisse zeigen.
Wir haben mit Krapp und Zwiebelschalen angefangen und die roten Zwiebelschalen haben mich mal wieder überrascht.



Diese Stulpen waren eigentlich nur eine MaPro um zwei unterschiedliche Garn auszuprobieren, aber da ich grad am Färben war, wurden sie schnell gebeizt und mitgefärbt. Oben, das olivgrün ist rote Zwiebelschale und unten das gelb gelbe Zwiebelschale.
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und ein ganzes Sortiment an Woll- und Seidenstickgarnen in gelber Zwiebeschale in einem Goldgelb.
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Der Krapp ist diesmal etwas blaustichig geworden, nicht das satte Ziegelrot, dass ich gewohnt bin. Für die Stickgarne kein Problem, aber ansonsten mag ich es lieber wärmer.
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Auf dem anderen Kanal, nämlich der Onlinegilde, gebe ich ja gerade einen Spinnkurs mit Auflagespindeln (supported spindle spinning). Ja, Gaaanz schlechte Planung meinerseits, aber so ist es nun einmal passiert, da muss ich nun durch ;o)
Dank dieses Kurses konnte ich mich nun einmal konzentriert mit Auflagespindeln befassen und sie faszinieren mich unglaublich. Französische Spindeln, Russische Spindeln, Fallspindeln mit dem Wirtel unten und als Auflagespindel benutzt, Tibetanische Spindeln und natürlich diverse Baumwollspindeln. All die tumeln sich gerade bei mir und haben mir den Spaß am Spinnen wiedergegeben.
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 sind sie nicht einfach cool?
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Bezüglich meines Telefonproblem:
Unser Telefon funktioniert wieder. Man kann mich also ab nun ohne Probleme wieder auf meiner Festnetznummer unter
06021 625987
(zum ortsüblichen Tarif)
anrufen.

 

nemo ignorat 15.04.2013, 17.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

TELEFONPROBLEME

Seit einiger Zeit habe ich massive Telefonprobleme, die sich letzte Woche dann zuspitzten. Es kommen nur sporadisch Anrufe durch und die landen dann zum Teil bei meiner Mutter.
Das ganze wird sich erst nächste Woche lösen. Bis dahin bitte ich euch Bestellungen bitte per eMail an mich (ignorat@gmx.net) oder (mail@nemo-ignorat.de) zu verfassen.

Wer mich unbedingt telefonisch erreichen will, sollte es am Besten per Handy versuchen:

0177 3803805

Es tut mir leid wegen der Umstände, neue Glasfaserleitungen haben auch einen deutlichen Nachteil *seufz*

nemo ignorat 04.04.2013, 13.18 | (0/0) Kommentare | (1) TB | PL | einsortiert in: Allgemeines Alltägliches

Aufbruch

Bei Jude gibt es im Moment die Fortsetzung ihrer Magic/Spirit Diaries in Form einer What If Gruppe. Der Was wäre wenn Startpunkt dieses Mal war WEISS. Eine wirkliche HERAUSFORDERUNG für mich, da ich mit weiß normalerweise nichts anfangen kann. Ein Schritt aus meiner Wohlfühlzone. Ein Ausbruch? AUFBRUCH.

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Jude meint, das Namengeben sei ein wichtiger Gestaltungsprozess. Einer, dem ich bislang weitgehend aus dem Weg gegangen bin, der aber wirklich mehr bringt als nur dem Kind einen Namen geben. Es bringt einen dazu sich näher mit dem Hintergrund des Denkens und der Dinge zu beschäftigen.

AUFBRUCH ist ein neu definieren alter Dinge. Was gerade im Augenblick auch sehr zu meiner persönlichen Situation passt. Da gibt es einiges neu zu definieren, neu zu gestalten.

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. weiß auf weißer Basis im Moment nur mit Judes unsichtbaren Heftstich verbunden .

. Rot betont nicht nur weiß, es bricht auch aus, ein Aufbruch in neue Gedankenwelten vielleicht .

nemo ignorat 30.03.2013, 16.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sticheleien

ein alter Freund

 

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Vor über 30 Jahren wurde dieser alte Freund gestrickt. Das Garn stammte von unserm Markt, wo ein Schäfer die Wolle seiner Schafe verkaufte (ich nehme mal an, er hat sie damals industriell verspinnen lassen) und hat mich im Verhältnis ein kleines Vermögen gekostet. (Oder wer würde heute für das Garn eines Pullis etwa einen halben Monatslohn ausgeben?) Aber er hat sich bezahlt gemacht. Gute 30 Jahre durch Wind und Wetter, jeden Winter hat er mich gewärmt. Doch nun wird er dünn an manchen Stellen.
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Die Säume trennen sich langsam auf und ich komme kaum mit dem Flicken hinterher.

Er ist immer noch gut, aber halt nicht mehr gut genug um ihn unter Menschen anzuziehen. Im Garten oder im Wald wird er mich immer noch wärmen. Aber nun muss mal Ersatz her.

Als erstes dachte ich, ich könne vielleicht mal ein paar der Industrigarne aufbrauchen, die hier noch rumliegen.

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Da hätten wir einmal das Original im Hintergrund, darüber ein Kaunigarn und darüber ein mir nicht namentlich bekanntes Kammgarn (ich glaube von Wollknoll). Ganz nett und ich kann mir vorstellen, dass aus dem Kammgarn noch etwas ähnliches wird, aber nicht ein solcher Aran. Denn, das hatte ich so nicht bedacht, der Aran wurde aus 3-fädigem Garn gestrickt. Aus gutem Grund, es ist haltbarer und die 30+ Jahre, die er ausgehalten hat, bezeugen es.

Also stöberte ich als Nächstes in meinem Faservorrat und fand noch 1 kg Masham. Masham sind eine Mischung aus Teeswater und Dalesbred, langfaserig und ausdauernd. Mein Problem ist nur, ich bin mir nicht sicher, ob das 1 kg für 3-fädig etwa 800g reichen wird. Zopfmuster brauchen doch ziemlich viel Garn. Ich stöber mal weiter. Vielleicht kann ich einen Faden aus einer anderen, aber ähnlichen Faser spinnen.

Jedenfalls musste ich erst einmal die Spulen meines Rades leeren, auf denen sich noch diverse Garne befanden. Nun nur noch zwei verzwirnen und das Rad ist leer für neue Taten. Garn für einen neuen Aran für nächsten Winter.

nemo ignorat 25.03.2013, 07.44 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Stash Diving

Im Moment sortiere ich mich durch meine Stoffe.

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.ein Teil meiner pflanzengefärbten Stoffe nach Farben sortiert.

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Sortieren ist eine fast meditative Tätigkeit, bei der es sich gut nachdenken läßt. Und da wurde mir klar, dass ich mich konzentrieren muss. Oder vielmehr, eigentlich schon auf das Färben und Nähen die letzten Jahre konzentriert habe. In einer ganz unbewussten Entscheidung.

Ich fühle mich als Färberin. Färberin von Pflanzenfasern, insbesondere Stoffen, mit Pflanzenfarben. Und dem anschließenden Nähen mit denselben. Das ist es wohin mich meine handwerkliche Seele drängt.

Textiles war immer schon in meinem Denken. Doch als ich vor so vielen Jahren wieder aktiv mit dem Textilen begann, war es mit der Spindel. Dazu kamen natürlich Fasern, Färben mit Säurefarben, Stricken, Weben und ganz allmählich und ganz organisch mischte sich das Pflanzenfärben dort mit hinein. Erst auf Wolle und andere Proteinfasern und schließlich - vor über einer halben Dekade - dieses Drängen in Richtung Pflanzenfasern. Haltbare Farben auf Baumwolle und Leinen hinbekommen. Als Hobby, als Wissenschaft, als Berufung.

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Was aber auch bedeutet, ich habe einfach zuviele Fasern. Und Garne. Und da beide Bereiche um den begrenzten Platz miteinander respektive gegeneinander konkurieren, werde ich mich wohl von dem meisten der Fasern und Garne trennen müssen.

Wie heißt es im Englischen so schön? Watch this space. In der nächsten Zeit werde ich hier wohl einiges an Garnen und Fasern anbieten. In welcher Form weiß ich noch nicht so ganz, das wird sich noch erweisen.

Bis dahin gehe ich zurück zu meinem Sortieren der Stoffe. Dem Wellness für die Seele ;o)

nemo ignorat 16.03.2013, 13.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines Alltägliches

Nähereien und Pride & Prejudice

nemo ignorat wird nun künftig mein deutschsprachiges Hauptblog werden.

All dieses doppelt bloggen, trennen, schauen, was wo am Besten hinpasst usw, wurde mir im Laufe der Zeit einfach zuviel. Mein englisches Blog wird weiterhin bestehen und weiterhin ein wenig persönlicher und vielleicht auch ein bisschen offener sein als dieses hier, aber auf Deutsch blogge ich künftig nur noch hier.

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Der plötzliche Wintereinbruch (siehe gestern) hat meinen Färbeenthusiasmus etwas gedämpft. Was die LeserInnen meines englischen Blogs schon wissen, bin ich aber seit einigen Jahren deutlich mehr am Nähen als am Stricken oder Spinnen. Weswegen ich ja auch hauptsächlich Stoffe färbe und weniger Fasern. Und nachdem es nun so scheint, als hätte sich die Situation mit meiner Mutter wieder eingependelt, habe ich auch ein bisschen Muße mich um andere Dinge zu kümmern. Namentlich: Nähen!!

Als erstes wurde wenigstens schon einmal einer von drei Vorhängen (wir haben ein dreigeteiltes Fenster über die gesamte Wohnzimmerfront) fertig.



ein kleines bisschen im pojagi-Stil wurden Probestreifen meiner Indigofärbungen aneinandergenäht. Der zweite ist schon in Mache. Mal sehen, wie der so wird. Ich bin auch mal gespannt, wie gut das Indigo sich in der (hoffentlich bald irgendwann mal kommenden) direkten Sonne machen wird. Das Fenster zeigt nämlich gen Osten und Südosten und wir haben sehr lange direkte Sonne.

OK und was hat das nun alles mit Pride & Prejudice zu tun? Das Nähen, natürlich.
Durch Ripper Street bin ich auf Matthew McFadyen gekommen. Ja, ich hatte ihn schon in dem gloriosen Drei Musketiere-Film von Paul W Anderson gesehen, aber erst in Ripper Street ist er mir so richtig aufgefallen. Seine Stimme ist einfach so cool. Egal. Ich wollte auf alle Fälle mal sehen, was er sonst noch gemacht hat und stoße also auf die Pride & Prejudice-Verfilmung von 2005 mit Keira Knightley von Joe Wright. Und ja, ich habe eine Schwäche für P&P. Wer nicht? P&P, Much Ado About Nothing ... es gibt einfach ein paar Klassiker, die ich mir in allen möglichen Verfilmungen ansehe.

Als ich also die 2005er Verfilmung von P&P sah, fielen mir vor allen Dingen die Kostüme von Liz auf. Sowas von supercool. Zum Glück gibt es noch ein paar andere Menschen, die diese Kostüme unglaublich schön finden und so kann man im Netz doch etliche Bilder der Kleider ansehen.

Mir gefällt vor allen Dingen die Schlichtheit der Kostüme. Sie passen sehr gut ins 18. Jahd ohne tatsächlich authentisch zu sein und vor allen Dingen haben sie diese schreckliche Empiretaille weggelassen. Yikes, damit kann ich nun überhaupt nichts anfangen. Aber seht selbst. Diese Seite hier hat schöne, relativ detailierte Bilder von Liz Kleider. Und auch hier geht es nur um die Klamotten, nicht um die Mädels ;o) Besonders angetan haben es mir ihre Pinafore



und dieser supercoole Mantel angetan



Also machte ich mich auf die Suche nach entsprechenden Mustern und habe inzwischen bestimmt ein Dutzend Schnittmuster und Bücher aus dieser Periode angesammelt. Alles was ich nun noch brauche ist Zeit *lautes Gelächter im Hintergrund*

Bis dahin kann ich mir die wenige Zeit, die ich habe und die ich nicht mit andern Dingen verbringe (also eigentlich gar keine) ja auch zB damit verbringen mir die Diaries von Lizzie Bennet auf YouTube anzusehen *sehr breites Grinsen*

nemo ignorat 14.03.2013, 08.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sticheleien

Märzsocken

Wenn der Winter plötzlich noch einmal einfällt, müssen dann doch noch einmal warme Socken her. Am besten in irgendeiner freundlichen, sonnigen Farbe ;o)

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Stinos aus dickerem Garn (Kammgarn von Wollknoll in 100% Wolle), handgefärbt mit Krapp und Rhamnus. Und hoffentlich warm in diesem Schnee ;o)

nemo ignorat 13.03.2013, 08.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Selbst Gemachtes

Pflanzengefärbte Sockengarne

Wie ihr vielleicht erkennen könnt, habe ich nun meinen Dawanda-Shop auf meiner Seite hier eingebunden. Dawanda bietet für diejenigen, die paypal nicht mögen, die Möglichkeit auch per Überweisung zu kaufen.



Da die Färbungen immer einzigartige Stücke sind, kann ich sie nur in dem einen oder dem anderen Shop anbieten. Um mehr Interessierte zu erreichen, habe ich mich dazu entschieden, die gefärbten Stücke erst einmal nur bei Dawanda anzubieten. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Die Kaltbeize und die anderen Farben gibt es nach wie vor hier in meinem eigenen Shop.

nemo ignorat 05.03.2013, 16.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Kurse endlich im Shop buchbar

nach einem wirklich unfreundlichen Jahresende und einem noch unfreundlicheren Beginn in das Jahr 2013 bin ich endlich dazugekommen, die Kurse in meinen Shop  einzupflegen.
Neben meinem eigenen Shop können die Onlinekurse auch über Dawanda gebucht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit direkt per Mail (mail@nemo-ignorat.de oder ignorat@gmx.net) zu buchen.

Nach ein paar Nachfragen ergab sich eine Änderung. Der Onlinekurs im Herbst (Heckenfärbungen im Herbst) wird auch Pflanzenfasern mit einbeziehen. D.h. ich gebe dieses Jahr drei Kurse, die sich mit dem Färben von Baumwolle und Leinen (und was sonst noch so alles an Pflanzenfasern rumfliegt) beschäftigen:
am 05. bis 07. Juli 2013 bei Karin Tegeler im Harz
vom 26. bis 28. Juli 2013 bei mir in Aschaffenburg
und nun auch während des Online Workshop im September (15. September bis 20. Oktober 2013)

Außerdem gibt es noch einen Kurs im Baumwollfärben in der Hahner Mühle bei Wiehl im Bergischen am 13. bis 15. September 2013 (Interessentinnen bitte direkt bei mir melden)

Außerdem stehe ich für private Kurse zur Verfügung. Wer mich buchen will, sollte mich unter mail@nemo-ignorat.de oder unter ignorat@gmx.net kontaktieren.

nemo ignorat 17.02.2013, 10.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Anleitungen

Sockengarne auf dem Weihnachtsmarkt

Gestern brachte ich meine pflanzengefärbten Sockengarne auf den Weihnachtsmarkt in der Hahner Mühle bei Wiehl im Bergischen.
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Wie man sehen kann, gibt es dort ganz viel Wolle, aber auch Baumschmuck aus Birkenrinde, Bienenwachskerzen, Seifen und Zinnschmuck, Gefilztes und natürlich meine Sockengarne:
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Und weil sie mir so gefallen und es so schön war, werfe ich mich noch einmal an die Farbtöpfe und färbe weiter. Garn ist noch da ;o)
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In der Hahner Mühle wird übrigens nächstes Jahr auch noch ein weiterer Färbekurs von mir angeboten. Wer also mehr aus dem Rheinischen kommt oder im Raum Bonn-Köln-Düsseldorf wohnt und im September Zeit hat (13. bis 15. September), für den ist vielleicht dieser Kurs geeignet.

nemo ignorat 19.11.2012, 10.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Kurstermine für 2013 sind bereit

Ich muss gestehen, richtig ansprechende Werbetexte fallen mir schwer. Ich bleibe gerne bei Fakten und schwafel nicht drumherum. Daher sind auch dieses Mal meine Kursbeschreibungen eher trocken geworden. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber es soll wohl nicht sein.

Urteilt selbst.

Hier nun die Kurstermine für das nächste Jahr 2013. Es werden Kurse bei mir in Aschaffenburg stattfinden, wieder einer bei Karin Tegeler und einige Onlinekurse.

Kurse in Aschaffenburg

21. Juni bis 23. Juni 2013

Einführung in das Färben mit Naturfarben auf Wolle

26. Juli bis 28. Juli 2013

Einführung in das Färben mit Naturfarben auf Baumwolle und Leinen

16. August bis 18. August 2013

Einführung in das Färben mit Indigo



Kurs bei Karin Tegeler im Harz

05. Juli bis 07. Juli 2013

Einführung in das Färben mit Naturfarben auf Baumwolle und Leinen


Onlinekurse

08. April bis 05. Mai 2013

Experimentelles Färben mit Naturfarben. Einführung in das Färben von Wolle und Seide

01. August bis 08. September 2013

Mit Indigo färben

15. September bis 20. Oktober 2013

Heckenfärbungen im Herbst


Das gesamte Kursprogramm kann als PDF heruntergeladen werden.

Das Einstellen der Kurse in meinem Shop und bei Dawanda wird noch ein paar Tage brauchen. Wer allerdings schon Interesse an einem Kurs hat, darf mich auch gerne per Mail kontaktieren.

nemo ignorat 26.10.2012, 12.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Bekanntmachung

Vom 9. bis 13. Oktober 2012 werde ich beim

Festival du textile - Les arts du Fil in Strasbourg in der Maison Mimir

sein. Ich zeige dort die 1-2-3-Indigoküpe und es gibt noch ganz viele anderen textile Dinge zu sehen und zu erfahren. Wer also im Westen der Republik wohnt und Lust und Zeit hat, komme einfach nach Strasbourg und mache mit.

Genaues Programm verlinke ich dann noch beizeiten.

nemo ignorat 15.09.2012, 17.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Kaltbeize AL

Ich bekomme immer wieder Anfragen, ob die Kaltbeize lieferbar sei.

JA, die Kaltbeize ist lieferbar zu den bekannten Konditionen. Entweder kann sie im Shop bestellt werden oder bei mir direkt per Mail mail (at) nemo-ignorat (dot) de .

Die Färbesaison ist also gerettet ;o)

Ulrike

nemo ignorat 14.08.2012, 16.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

Katlbeize AL und Indigokristalle

Wie schon angekündigt wird es ein paar neue Produkte in meinem Shop geben.
Karin Tegeler hat es auf ihrer Seite ja schon angekündigt, ab sofort habe ich den Vertrieb für die Kaltbeize AL von ihr übernommen. Da die Übergabe ziemlich schnell abging, ist die Lieferung der Kaltbeize noch nicht bei mir angekommen. Die Preise gestalten sich wie folgt:

Kaltbeize AL

200g                              5,75 EUR
500g                            11,55 EUR
1kg                              19,20 EUR
5 kg                             86,90 EUR

(alle Preise inkl. MwSt und zzgl Porto)

Indigokristalle
In Japan werden sie schon lange verwendet und ich habe sie über John Marshall in den USA kennengelernt. Indigokristalle sind vorreduziertes Indigo, welches nur noch in heißem Wasser aufgelöst werden muss. Nach einigen Minuten wechselt das Farbbad die Farbe von blau zu gelblich und man kann die ersten Tauchgänge damit machen. Wenn es sich erschöpft, kann man es mit Soda und Entfärber (Natriumdithionit/Hydrosulfit) auch wieder auffrischen. Diese Kleinküpe ist lange haltbar und kann noch lange aufgefrischt werden. Besonders gut ist sie für schnelle, kleinere Färbungen zwischendrin geeignet, da sie kaum Aufwand (und/oder Dreck) macht und sie keine lange Reduktionszeit benötigt. Mit 10g Kristallen kann man mindestens 500g Fasern oder Stoffe blau färben. Die Tiefe hängt natürlich wie immer bei Indigo von der Menge der Tauchgänge ab. Indigokristalle sind eine voll funktionsfähige Küpe und man färbt mit ihnen wie mit einer normalen Hydrosulfitküpe. Maximale Verweildauer der Fasern in der Küpe während eines Tauchgang: 5 min. Danach muss mindestens ebensolang oxidiert werden lassen.

Indigokristalle

10g                              5,00 EUR
30g                              12,00 EUR
100g                            30,00 EUR
(alle Preise inkl. MwSt und zzgl Porto)

Bestellungen für die Kaltbeize AL nehme ich ab sofort entgegen, die Auslieferung wird sich allerdings noch etwas hinziehen weil ich selbst noch auf die Lieferung warte. Indigokristalle sind vorrätig und werden innerhalb von 2-3 Tagen nach Überweisungseingang auf die Post gegeben.

nemo ignorat 24.06.2012, 08.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Naturfarben

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